KOKON, Full HD-Video, 8:49min, 2020

Das Gesicht ist nicht animalisch aber es ist auch nicht allgemein menschlich. Es existiert im Gesicht sogar etwas absolut Unmenschliches. Das Unmenschliche im Menschen ist das Gesicht selbst. Von Beginn an — von Natur aus — ist es eine Großaufnahme. Ein Bild, das nichts anderes neben sich lässt, immer da ist und niemals nicht sprechen kann. Wenn die Menschen eine Bestimmung hätten, so wäre sie wohl, dem Gesicht zu entkommen, das Gesicht und die Ich-Maschinen zu zerstören: nicht wahrnehmbar zu werden.
Gerade scheint ein guter Moment dafür zu sein. Kleine Organismen, die seltsame Dinge tun und in unser Leben eingreifen, haben das Bild der Autarkie auf den Kopf gestellt. Eine klandestine Ansammlung von Untoten wird in jeder Maske sichtbar. Die Politik der Großaufnahme löst sich auf in Aerosole.

Was können wir von Viren, diesen kollektiven Performern, lernen? Was erzählen sie uns über Exzess und Instabilität, über Abhängigkeiten und Verletzlichkeiten?




The face is not animal but it is also not generally human. There is even something absolutely inhuman about the face. The inhuman in human is the face itself. From the beginning — by nature — it‘s a close-up. An image that leaves nothing else next to it, that is always present and never able not to speak. If people had a destiny, it would certain be escaping the face, to destroy the face and the I-machines, to become imperceptible.
Right now it seems to be a good moment. Small organisms, doing strange things and intervening in our lives with unforeseeable consequences, are turning the image of self-sufficiency upside down. A clandestine collection of undead that can be seen in every mask. The politics of the close-up dissolves into aerosols.

What can we learn from viruses, these collective performers? What do they tell us about excess and instability, about dependencies and vulnerabilities?

Stefania

Adam & Hazem

Clarita